Vergangen

Lesung Literaturkreis Ingeborg Bachmann

26.2.2026

18:00

KUZ Kapfenberg

„Eine andere Nacht, die vor der letzten“

 

Ingeborg Bachmann, von der unzählige Gedichtanfänge in das Allgemeingut übergingen, von der man glaubt zu wissen, die …

Die Vielgeliebte, die Vielliebende, die Unergründliche, die Zerrissene, die mit Hans Weigel, mit Paul Celan, mit Max Frisch, mit …

Was geht das uns an?

Eine Frau, die so sehr Frau war und trotzdem zerbrach?

Eine Dichterin, die Beispiele setzte, die Maßstäbe formte, eine Unergründliche, deren Schreiben uns heute beglückt, uns aber auch bedrückt, verstört zurücklässt.

Eine zutiefst Traurige, die tabletten- und alkoholabhängig einen fürchterlichen Tod erleiden musste.

Ingeborg Bachmann, von der man alles zu wissen glaubt und die in ihren Texten so rätselhaft bleibt, dass wir gar nie fertig werden mit Nachdenken, Nachforschen, oder um es vulgär zu sagen: Herumstierln

„Man ehrt nicht Dichter, indem man sie besingt und beweihräuchert, sondern indem man sie ernst nimmt, also ihr Werk ernst nimmt“ Das schrieb Marcel Reich-Ranicki 1974.

Wir wollen die Dichterin ernst nehmen, wollen ein wenig hinter das schauen, was sie auf ihrem Schreibtisch, in Ordnern, Briefen ablegte. Ingeborg Bachmann in ihrem hundertsten Jahr, am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren, 1942 erste Gedichte geschrieben und dann sind in unendlicher Reihenfolge ihre Arbeiten entstanden.

Und dazwischen die Begegnungen mit Menschen die prägend waren! Unglaublich beeindruckend für die 19-Jährige die Begegnung mit dem britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh in Obervellach im Gailtal. Bezaubernd die Geschichte wie die Zwei im Apfelbaum sitzen und (unreife) Äpfel essen. Und wie sich das Dorf aufregt – „die geht mit an Judn“. Immer wird so eine Ambivalenz der öffentlichen Meinung die Dichterin begleiten.

Briefstellen, Gesprächsnotizen, wir wollen die Dichterin ein wenig näherbringen, ja auch, wir wollen ihr ein wenig näherkommen. In der wunderbaren Ausstellung Nömayr und Silbert, ist es angebracht, DIE Bachmann – nicht als Dritte im Bunde – sondern als weiteren Schwerpunkt zum Thema der Ausstellung zu setzen.

Textstellen, Briefe, Gesprächsnotizen, Werkausschnitte sollen an diesem Abend im KUZ die Dichterin ein wenig in unsere Mitte holen.

Mag. Barbara Murer und Sepp Grassmugg werden die Beispiele lesen, Hans Bäck hat die Zusammenhänge hergestellt und die Verbindungen gesucht. Aus der Fülle des Materials eine Auswahl zu treffen, nichts unterbelichtet zu lassen, nichts zu übertreiben, das ist gerade bei diesem Menschen, bei dieser Dichterin eine schwierige Aufgabe, die sich auch stellt, wenn man als Nachgeborener überlegt: Ist es statthaft in „fremden“ Briefen herumzuschnüffeln, Intimitäten auszubreiten?

Am 26.Februar, um 18h im KUZ eine Annäherung an Ingeborg Bachmann, auch im Zusammenhang mit der Ausstellung „FAMEinismus“

Lesung Literaturkreis Ingeborg Bachmann

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